Potenzial und Risiko: Was genau ist Sora? 

Sora ist ein neues Video-Tool von OpenAI, das es ermöglicht, Videos von bis zu einer Minute Dauer zu erstellen. Über eine einfache Texteingabe kann Sora Videos erzeugen, welche die Qualität von Vorgängermodellen wie Dall-E weitaus übersteigt. Sora arbeitet bei der Erstellung der Videos anders als ältere KI-Werkzeuge. Während z.B. Dall-E Bild für Bild verarbeitet und so trainiert wird, kann Sora aus den Bild- und Videodaten Schnipsel (Patches) heraussuchen und zu verarbeiten. So können durch Sora wesentlich mehr Daten verarbeitet werden als durch andere Programme. Es sind zum Beispiel Animationen von tanzenden Kängurus möglich, die einem Animationsfilm von Pixar erstaunlich nahekommen (zu finden in diesem Video). Auch fotorealistische Videos sind möglich.  


Ein solches Programm wäre in Unternehmen z.B. für interne Erklärvideos, Werbevideos oder zur Darstellung von Produktionsprozessen einsetzbar: z.B. könnte für eine Fachmesse ein einführendes Video erstellt werden, das eine Präsentation ansprechend ergänzt. Inwieweit der Einsatz jedoch wirtschaftlich sinnvoll wäre, müsste noch abgewartet werden, da die Preisgestaltung durch OpenAI noch nicht veröffentlicht wurde.  
Im Gegensatz zu Dall-E ist Sora bisher noch nicht für die Allgemeinheit zugänglich.  

Die Einschränkung erfolgte durch OpenAI u.a. aufgrund des Risikopotenzials für Falschinformation und anderer ethischer Bedenken. Momentan haben nur Expertenteams auf den Gebieten von Fehlinformation, hasserfüllten Inhalten und Vorurteilen Zugang zum KI-Modell. Auf diese Weise soll das Potenzial des Missbrauchs dieser neuen Technik erforscht und getestet werden. Bevor Sora von OpenAI für die Öffentlichkeit freigegeben wird, sollen zunächst die Möglichkeiten der Darstellung eingeschränkt werden, um Inhalte wie extreme Gewalt, sexuelle Inhalte und auch die Darstellung prominenter Personen und Politiker:innen zu unterbinden.  
Neben diesen Risiken beim Einsatz einer KI mit diesem Potenzial, sind auch die Auswirkungen auf die Filmbranche und andere kreative Bereiche besonders zu betonen. Kreative Möglichkeiten können durch diese Technologie zwar enorm erweitert werden und insbesondere Privatpersonen werden in Zukunft Ideen umsetzen können, für die sie sonst weder die Fertigkeiten noch die Mittel zur Verfügung gehabt hätten. Aber diesem positiven Ausblick stehen auch die problematischen Fragen von Autorschaft, Rationalisierung in den kreativen Branchen und ein verstärkter Verlust an Originalität der Produktionen gegenüber. Der Streik der Autor:innen in Hollywood verdeutlichte die ohnehin schon problematischen Verhältnisse in der kreativen Branche. Es wurde unter anderem eine klare Regelung zum Einsatz künstlicher Intelligenz gefordert. Für die Zukunft der Arbeit in verschiedensten Branchen sind daher Regulierungen nötig, die über die Einschränkung durch den Hersteller, wie im Fall von Sora, hinausgehen und eine sozialpartnerschaftliche Regelung in den Firmen und Betrieben gewährleisten, sowohl in der kreativen Branche als auch in Betrieben, die auf anderen Ebenen für Tools wie Sora Verwendung finden. 


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Das Projekt Zukunftszentrum KI NRW wird im Rahmen des Programms Zukunftszentren durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales und vom Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales NRW sowie durch die Europäische Union über den Europäischen Sozialfonds Plus (ESF Plus) gefördert.