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Drei Perspektiven auf gelingende Zusammenarbeit: Rückblick auf unsere Online-Workshopreihe Soziale Nachhaltigkeit im Rahmen der INQA-Aktionswochen „Men­schen in Ar­beit – Fach­kräf­te in den Re­gio­nen“

Veränderungen, Spannungen und neue Anforderungen prägen den Arbeitsalltag vieler Unternehmen – doch wie Teams damit umgehen, entscheidet maßgeblich über Motivation, gute Zusammenarbeit und gemeinsamen Erfolg.

Genau hier setzte unsere dreiteilige Online-Workshopreihe an, die sich den Themen Kommunikation in Veränderungsprozessen, Konflikte verstehen & konstruktiv führen sowie psychologische Sicherheit stärken widmete. Mit jeweils rund ca. 30 Teilnehmenden und einer Dauer von 75 Minuten waren die Veranstaltungen im September 2025 sehr gut besucht und zeigten eindrucksvoll, wie groß das Interesse an Orientierung und praktischen Werkzeugen für den Arbeitsalltag ist.


„Kommunizieren – das kann doch jeder!“ – aber verstehen wir uns wirklich? Im ersten Workshop rückte genau diese Frage in den Mittelpunkt. Denn Kommunikation entscheidet wesentlich darüber, ob Veränderungsprozesse transparent, nachvollziehbar und beteiligungsorientiert erlebt werden.

Veränderungen lösen bei Menschen sehr unterschiedliche Reaktionen aus – von Neugier bis hin zu Verunsicherung. Deshalb braucht es weit mehr als reine Informationsweitergabe: Struktur, Klarheit, Zuhören und echtes Verstehen. Und vor allem einen gemeinsamen Blick darauf, was eine Veränderung für verschiedene Beteiligte konkret bedeutet.

Gemeinsam betrachteten wir typische Stolpersteine und die Rolle von Missverständnissen, die laut den Teilnehmenden besonders häufig über digitale Kanäle entstehen – vor allem per E-Mail. Die Umfrageergebnisse zeigten zudem, dass Kommunikation in Veränderungsprozessen sich für viele wie eine Abenteuerreise voller Überraschungen anfühlt, selten jedoch wie ein klar ausgeschilderter Weg.

Wir diskutierten, wie Kommunikationsstrategien, klare Botschaften, Beteiligungsformate und Methoden Orientierung schaffen können. Besonders deutlich wurde dabei die psychologische Dimension: Kommunikation ist nicht nur Informationsaustausch, sondern erfüllt zwischenmenschliche Bedürfnisse. Ein treffendes Zitat fasst es zusammen:

„Jeder, der nicht gehört wird, verhält sich irgendwann unerhört.“ (Autor:in unbekannt)

Menschen wollen sich gesehen, gehört und verstanden fühlen – gerade in Zeiten des Wandels. Genau dort setzt gute und bewusst gestaltete Kommunikationsarbeit an.


Nicht immer finden wir in Konfliktsituationen die passenden Worte – das zeigte auch die Umfrage unter den Teilnehmenden – und schweigen dann vielleicht lieber?

Und doch gilt: „Man kann nicht nicht kommunizieren“ (Paul Watzlawick). Genau darin liegt aber oft auch der Nährboden für Spannungen.

Im zweiten Workshop nahmen wir daher das Thema Konflikte genauer unter die Lupe. Eine der ersten Erkenntnisse: Konflikte sind teuer – nicht nur finanziell, sondern auch menschlich. Reduzierte Produktivität, Wissensverluste, Krankentage oder geschwächte Teamdynamiken sind nur einige der Folgen schlecht geklärter Konflikte.

Wir beleuchteten anschließend, wie Konflikte entstehen, welche Dynamiken sie verstärken und wie sie sich bereits im frühen Stadium erkennen lassen. Die Teilnehmenden arbeiteten mit der Unterscheidung zwischen Meinung, Spannung und Konflikt und erlebten, wie schnell Wahrnehmungsverzerrungen und Stressreaktionen in Eskalationsspiralen münden können. An konkreten Beispielen wurde klar: Konflikte entstehen selten plötzlich. Sie entwickeln sich oft stufenweise – und lassen sich bereits früh entschärfen, wenn Beteiligte rechtzeitig ins Gespräch kommen.

Methoden wie die WWW-Formel, aktives Zuhören oder Elemente der Gewaltfreien Kommunikation bieten hilfreiche Werkzeuge, um eigene Muster zu reflektieren und Gespräche bewusst zu gestalten. Besonders zentral war die Erkenntnis, dass Konflikte unvermeidbar und ein Bestandteil unseres Arbeits- und Lebensalltags sind. Durch bewusstes Unterbrechen von Reiz-Reaktions-Mustern, durch Perspektivwechsel und wertschätzenden Dialoge können wir üben, Konflikte konstruktiv zu führen – und sogar als Impuls für gemeinsame Entwicklung zu nutzen.


Die Umfrage im dritten Workshop zeigte ein deutliches Bild:

Deutlich, wie schnell Menschen in unsicheren Situationen zurückhaltend werden – selbst dann, wenn ihr Beitrag wertvoll wäre. Genau hier setzt der Gedanke von Amy C. Edmondson an:
„Je höher die Anzahl an Fehlermeldungen innerhalb eines Teams, desto besser dessen Leistung.“

Nicht die Abwesenheit von Fehlern oder Konflikten macht ein Team erfolgreich, sondern die Offenheit, darüber zu sprechen. Psychologische Sicherheit bedeutet, dass Menschen Fragen stellen, Bedenken äußern oder Fehler ansprechen können, ohne Angst vor negativen Konsequenzen zu haben. Und erst in einem solchen Klima werden Lernen, Innovation und echte Zusammenarbeit möglich.

Dort setzte unser dritter Workshop an und bildete den Abschluss – und zugleich die Klammer um die gesamte Reihe. Studien von Amy Edmondson oder Google Project Aristotle zeigen, dass Teams mit psychologischer Sicherheit agiler, kreativer und leistungsfähiger sind. Gemeinsam betrachteten wir, wie sich ein Klima der Offenheit auf Zusammenarbeit auswirkt, welche Faktoren psychologische Sicherheit untergraben und welche Rolle Führungskräfte dabei spielen.

Praktische Tools wie Retrospektiven, Feedback-Rituale oder klare Teamregeln zeigten Wege auf, wie Teams Schritt für Schritt eine Atmosphäre schaffen können, in der Mut, Verantwortung und Lernbereitschaft wachsen.


Rückblickend wurde deutlich, wie stark die drei Themen miteinander verwoben sind: Kommunikation schafft Orientierung, Beteiligung und baut Beziehungen auf; Konfliktlösungskompetenzen machen Spannungen nutzbar und psychologische Sicherheit bildet den Rahmen, in dem dies gelingen kann.

Die Workshopreihe hat deutlich gemacht, dass es nicht einzelne Methoden sind, die Veränderungen erleichtern, sondern die bewusste Gestaltung von Beziehungen, Dialog und Arbeitskultur.

Wir danken allen Teilnehmenden für ihre Teilnahme und Offenheit – und freuen uns darauf, diese Themen weiterzuführen, sowohl im Online-Format als auch im Rahmen unserer kostenlosen Weiterbildungsangebote.


Daniela Kreklow
Zukunftszentrum KI NRW | TBS NRW
daniela.kreklow@tbs-nrw.de
Sarah Alex
Zukunftszentrum KI NRW | agentur mark GmbH
alex@agenturmark.de

Weitere Informationen zu unseren kostenlosen Weiterbildungsangeboten und Workshops erhalten Sie unter:

Kommunikation in Veränderungsprozessen « Zukunftszentrum KI NRW

Kompetenter Umgang mit Konflikten & Konfliktgesprächen « Zukunftszentrum KI NRW

Psychologische Sicherheit in Teams & Organisationen « Zukunftszentrum KI NRW


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Das Projekt Zukunftszentrum KI NRW wird im Rahmen des Programms Zukunftszentren durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales und vom Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales NRW sowie durch die Europäische Union über den Europäischen Sozialfonds Plus (ESF Plus) gefördert.