
KI gedacht in Mensch, Technik und Organisation
Veränderungsprozesse in Unternehmen scheitern selten an der Technik selbst. Häufiger liegt es daran, dass bei der Einführung neuer Systeme die Abläufe drum herum nicht mitgedacht werden – oder die Mitarbeitenden nicht ausreichend eingebunden sind.
Dieses Phänomen beschreibt das MTO-Framework. MTO steht für Mensch, Technik und Organisation – und der Kerngedanke ist so einfach wie folgenreich: Alle drei Dimensionen sind untrennbar miteinander verbunden. Wer bei Veränderungsprozessen nur an der Technik dreht, bewegt zwangsläufig auch den Menschen und die Organisation mit – ob er will oder nicht. Wer das ignoriert, darf sich über das Ergebnis nicht wundern.
Für die Einführung von Künstlicher Intelligenz gilt das in besonderem Maß. KI ist keine Software, die man einfach installiert. Sie verändert, wie Entscheidungen getroffen werden, welche Aufgaben Menschen noch übernehmen und welche Kompetenzen künftig gefragt sind.
In unserer Arbeit mit kleinen und mittleren Unternehmen erleben wir immer wieder, dass der entscheidende Schritt nicht die Auswahl des richtigen KI-Tools ist, sondern die ehrliche Auseinandersetzung mit den Fragen davor: Was brauchen die Mitarbeitenden wirklich? Welche Prozesse müssen neu gedacht werden, damit KI tatsächlich nützt? Und wer ist überhaupt in diesen Prozess eingebunden?
Neben den transformativen Potenzialen, die KI bietet, sind in einigen Regionen in Deutschland ebenfalls starke Prozesse des strukturellen Wandels im Gange. In NRW z. B. im Rheinischen Revier, wo der Braunkohleausstieg die Region prägt. Dort, wo Wandel und Transformation nicht nur einzelne Betriebe, sondern ganze Regionen beeinflusst, gewinnt ein menschzentrierter Ansatz wie MTO noch einmal an Dringlichkeit. Das Rheinische Revier befindet sich in einem tiefgreifenden Strukturwandel – und die Frage, wie Beschäftigte diesen Prozess nicht nur überstehen, sondern aktiv mitgestalten können, stellt sich hier mit besonderer Relevanz.
Genau deshalb arbeitet das Zukunftszentrum KI NRW gerne mit dem Projekt KIK:RR – KI-Kompetenz Rheinisches Revier zusammen. Das Projekt stärkt Beschäftigte und betriebliche Interessenvertretungen darin, KI nicht nur zu nutzen, sondern zu verstehen, kritisch einzuordnen und im eigenen Betrieb mitzugestalten.
Am 6. Juni 2026 lädt das Projekt KIK:RR zur Auftaktveranstaltung ins AI Village Hürth ein – von 12 bis 17 Uhr, kostenlos und offen für Beschäftigte, Betriebsräte, Mitarbeitervertretungen und weitere betriebliche Akteur:innen aus dem Rheinischen Revier und Umgebung. In Vorträgen und einem interaktiven Workshop geht es darum, wie KI im Arbeitsalltag praktisch genutzt und zugleich kritisch bewertet werden kann, welche konkreten Anwendungsfälle sich für den eigenen Betrieb eignen und was es für eine menschenzentrierte Einführung braucht.
Das Zukunftszentrum KI NRW wird ebenfalls vor Ort sein und Fragen zu Themen rund um das Thema KI beantworten.
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