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Allgemeines Logo der Zukunftszentren

Vier Standorte. Viele Perspektiven. Eine Vision: KI bei Turck gemeinsam gestalten

Wie können Mitarbeitende eines Unternehmens abteilungsübergreifend bei Digitalisierungsprozessen und der Einführung von KI beteiligt werden und wertvolle Erkenntnisse zur Ausrichtung der digitalen Transformation leisten? Und wie können zwei Zukunftszentren aus verschiedenen Bundesländern zusammenarbeiten, um ein Unternehmen, das an mehreren Standorten tätig ist, zu betreuen?

Die Turck GmbH ist der globale Automatisierungspartner für die Fabrik-, Prozess- und Logistikautomation in zahlreichen Branchen. Turcks erstes Produkt war 1965 ein Trennschaltverstärker für eine Prozessanlage, um elektronische Signale sicher zu verarbeiten. Seit diesen Tagen begleitet Turck seine Kundschaft vor allem in der Automobilindustrie mit branchenspezifischen Lösungen, stets auf der Suche nach dem optimalen Nutzen.

Heute entwickeln, produzieren und vertreiben weltweit circa 5.000 Mitarbeitende Produkte und Lösungen aus den Bereichen Sensor-, Feldbus-, Steuerungs-, Cloud-, Anschluss- und Interfacetechnik. Das globale Produktions- und Vertriebsnetz umfasst über 30 Tochtergesellschaften sowie Vertretungen in weiteren 60 Staaten. Allein in Deutschland besitzt das Unternehmen 4 verschiedene Standorte in Beierfeld, Halver, Detmold und Mülheim an der Ruhr. Entsprechend komplex gestaltete sich auch der Qualifizierungsauftrag, der gemeinsam vom Zukunftszentrum Sachsen und Zukunftszentrum KI NRW umgesetzt wurde.


Wie die meisten Unternehmen muss sich auch die Turck-Gruppe zukünftig auf starke Fachkräfteengpässe einstellen. Dieser Entwicklung versucht die Turck-Gruppe unter anderem durch den Ausbau von Digitalisierung und den zunehmenden Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) entgegenzuwirken. Das Unternehmen suchte daher einen unternehmensweiten Ansatz für die technologische Transformation.

„Bei Turck betrachten wir Künstliche Intelligenz als einen strategischen Schlüssel, um Innovationen voranzutreiben und unsere Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig zu stärken.“

Christian Seliger, VP R&D der Turck-Gruppe und Initiator des Projekts

Genau hier setzten beide Zukunftszentren an, welche diesen Prozess mit mehreren Angeboten begleiteten. Das Herzstück der gemeinsamen Arbeit bildete eine mehrphasige Learning Journey, die auf digitalen Selbstlernmodulen, hybriden Workshops, Peer-Learning und persönlichem Austausch aufbaut. Eine besondere Herausforderung war, dass nicht alle Beteiligten am gleichen Ort waren, so dass die gemeinsamen Module in hybrider Form zwischen den vier Standorten durchgeführt werden mussten.


Im Folgenden werden die verschiedenen Elemente des entwickelten Prozesses, der speziell für die Turck-Gruppe konzipiert wurde, vorgestellt.

Die Zusammenarbeit war geprägt durch eine Vielzahl an Aktivitäten, die alle darauf abzielten, die KI- und Digitalisierungsstrategieentwicklung von Turck zu unterstützen.

„Durch einen guten Mix aus Vorstellung, Workshop, eigenen Lernphasen und Inhalten wurde das Thema ganzheitlich betrachtet.“

Thomas Kriegel, Director Systems Solutions in der Turck-Gruppe


Zu Beginn wurde mit den beteiligten Fach- und Führungskräften ein einleitender Workshop durchgeführt, der die technischen Grundzüge von KI erklärte, sowie auf die rechtlichen (z.B. Datenschutz) und ethischen Aspekte (z.B. Diskriminierung) bei der Verwendung verschiedenster KI-Modelle hinwies.

Hybride Arbeitsweise während des Einführungs-Workshops

Anschließend wurde die Erwartungshaltung der Beteiligten spielerisch mit Hilfe der Methode „LEGO® Serious Play“ herausgearbeitet. Alle Beteiligten wurden gebeten, in begrenzter Zeit ein möglichst kreatives Modell mit Lego® -Steinen zu bauen und dieses den anderen Teilnehmenden im Anschluss zu erklären. Die Interpretationen aller Beteiligten wurden gesammelt und für den späteren Abschlussworkshop zum Vergleich mit den erreichten Ergebnissen dokumentiert.

Beispiele aus dem Workshop „LEGO® Serious Play“

Im Anschluss an den Auftaktworkshop folgte die erste Selbstlernphase, in der die Teilnehmenden in dem vom Zukunftszentrum Sachsen entwickelten Lernmanagementsystem im Kurs „KI leicht gemacht“ selbständig Lerninhalte erarbeiten und Testfragen beantworten konnten.

Im zweiten Modul wurden den Teilnehmenden drei konkrete Praxisbeispiele vorgestellt, wie verschiedene KI-Modelle in einem Unternehmen die Abläufe unterstützen bzw. effizienter machen können. Dabei wurden KI-Modelle aus verschiedenen Bereichen präsentiert:

3 Beispiele aus der Praxis: Machine Learning, Objekterkennung, Wissens- und Lernmanagement

„Neben einem soliden Überblick über relevante Technologien haben uns die praxisnahen Anwendungsbeispiele konkrete Denkanstöße gegeben, wie wir KI gezielt zur Prozessautomatisierung und Effizienzsteigerung in unseren Entwicklungsabläufen einsetzen können.”

Michael Bauer-Wesely, Director Product Solutions bei Hans Turck GmbH

In der daran anschließenden zweiten Selbstlernphase ging es darum, eigenständig mögliche Anwendungspotenziale von KI für die eigene Abteilung im Unternehmen zu eruieren und auszuarbeiten.

„Der Mehrwert für den eigenen Bereich wurde hier durch den vorzubereitenden Pitch ebenfalls nochmal sehr zentral herausgearbeitet.“

Thomas Kriegel, Director System Solutions in der Turck-Gruppe

Bei der 5-minütigen Präsentation aller individuellen Ideen wurden die übrigen Teilnehmenden gebeten, sich zu den verschiedenen Ideen kritisch zu äußern und am Ende die jeweils besten Ideen zu bestimmen. Die Bandbreite reichte von KI-Unterstützung bei der Code-Generierung über Fehlersuche innerhalb von Konstruktionsplänen bis zu internen Large Language Modellen für den Einsatz im Wissensmanagement („Wenn Turck wüsste, was Turck alles weiß…“).

„Aus den vielen Vorschlägen sind einige, die erkennen lassen, welchen Mehrwert wir im gesamten Wertschöpfungsprozess mit KI zukünftig haben werden.“

Thomas Kriegel, Director System Solutions in der Turck-Gruppe

Teilnehmergruppe in Beierfeld
Teilnehmergruppe in Halver

Für die Identifikation der besten Anwendungspotenziale wurden alle Beteiligten in insgesamt zehn Gruppen eingeteilt, mit der Maßgabe, ein bestimmtes, selbstgewähltes Thema detaillierter zu bearbeiten und im Abschlussworkshop allen Beteiligten in einer 10-minütigen Präsentation vorzustellen.

Eindrücke aus der Zusammenarbeitsphase

 „Die Vorstellung der KI-Ansätze bei der Geschäftsführung und die Prämierung der Ideen hat zu einer starken Motivation aller Teilnehmenden beigetragen.“

Michael Bauer-Wesely, Director Product Solutions in der Turck-Gruppe

Beim Abschlussworkshop und Pitch der Anwendungspotenziale war fast die gesamte Geschäftsführung der Turck-Gruppe vertreten, um die Ideen kennenzulernen und die besten drei Vorschläge zu prämieren. Nach der Präsentation der Ideen und der Abstimmung innerhalb der Geschäftsführung entschloss sich diese, als Anerkennung und Wertschätzung für die insgesamt geleistete Arbeit, alle vorgeschlagenen Ideen als gleich wertvoll zu prämieren, und in einer nachgelagerten Session zu entscheiden, welche davon in der Turck-Gruppe eingeführt werden soll.

„Glückwunsch an die prämierten Teams – starke Ideen, starke Umsetzung!“

Dr. Michael Gürtner, Mitglied der Geschäftsführung der Turck-Gruppe


Das gewählte Konzept hat sich als gutes Format erwiesen, um im Unternehmen Informationen zu aktuellen Problemstellungen und den künftigen Herausforderungen auszutauschen und abteilungsübergreifend die digitale Entwicklung im Unternehmen zu steuern. Somit konnte die Turck-Gruppe mit Hilfe der Zusammenarbeit der beiden Zukunftszentren Sachsen und KI NRW einen Prozess starten, durch den ein zielgerichteter Einstieg in KI gelingen wird und durch den möglicherweise auch der anstehende Fachkräfteengpass überwunden werden kann. Die beiden Zukunftszentren bieten auch künftig Unterstützung bei neuen Projekten an und werden die Weiterentwicklung des Unternehmens weiterhin interessiert verfolgen.

„Der Erfolg dieses Projekts basiert auf dem Engagement der Moderator:innen und unserer freiwilligen Teilnehmenden, deren technische Expertise und kreative Ansätze die praktische Relevanz von KI in unserem Unternehmen eindrucksvoll unter Beweis stellen.
Durch die Zusammenarbeit mit den Zukunftszentren KI NRW und Sachsen haben wir eine Austauschplattform geschaffen, um konkrete KI-Anwendungsfelder zu identifizieren, technische Machbarkeiten zu evaluieren und innovative Lösungen mit dem Ziel zu entwickeln, diese dauerhaft im Unternehmen zu verankern.“

Christian Seliger, VP R&D der Turck-Gruppe und Initiator des Projekts

„Ich bin stolz auf das, was wir gemeinsam erreicht haben – sowohl inhaltlich als auch organisatorisch. Besonders beeindruckt hat mich das Engagement der Teilnehmenden und die hohe Qualität der erarbeiteten Ideen. Ein großes Dankeschön gilt auch der hervorragenden Organisation und Offenheit bei Turck. Für mich persönlich war es spannend zu erleben, wie gut hybride, standortübergreifende Zusammenarbeit funktionieren kann – und wie wertvoll die Kooperation mit dem Zukunftszentrum NRW dabei war. Auch für mich war dieser Prozess ein echter Lerneffekt.“

Sofie Löffler, Projektleiterin Leading Ladies, Zukunftszentrum Sachsen


Sofie Löffler, Zukunftszentrum Sachsen
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Zoltan Miklos, Zukunftszentrum Sachsen
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Tobias Sanders, Zukunftszentrum Sachsen
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Dr. Oliver Fix, Zukunftszentrum KI NRW
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Daniela Kreklow, Zukunftszentrum KI NRW
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Das Projekt Zukunftszentrum KI NRW wird im Rahmen des Programms Zukunftszentren durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales und vom Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales NRW sowie durch die Europäische Union über den Europäischen Sozialfonds Plus (ESF Plus) gefördert.