
Partizipative KI-Gestaltung: Warum Key-User eine Schlüsselrolle spielen
Künstliche Intelligenz erfolgreich einzuführen bedeutet weit mehr, als neue Tools bereitzustellen. Bei CHRIST Juweliere und Uhrmacher seit 1863 GmbH zeigt sich, dass nachhaltige KI-Nutzung vor allem dort entsteht, wo Menschen Verantwortung übernehmen, Wissen teilen und neue Lösungen aus ihrem Arbeitsalltag heraus entwickeln.
Um mehr über diesen Weg zu erfahren, haben wir mit Marc Bieringer, Expert AI Development, und Manuel Reichert, Expert Demand- und Projektmanagement, gesprochen. Beide treiben das Thema KI im Unternehmen maßgeblich voran und haben gemeinsam den Aufbau eines bereichsübergreifenden Netzwerks von KI-Key-Usern initiiert.
Aus ihrer gemeinsamen Begeisterung für das Thema, zahlreichen Gesprächen und ersten Projekten entwickelte sich nach und nach eine unternehmensweite Initiative. „Motivation und Begeisterung sind schon wichtig“, beschreibt Manuel diese Entwicklung. Was zunächst aus persönlichem Interesse entstand, entwickelte sich mit der Zeit zu einem festen Bestandteil der KI-Strategie bei CHRIST.
KI braucht mehr als ein zentrales Expertenteam
Schnell wurde klar, dass KI nicht durch ein zentrales Expertenteam allein im Unternehmen verankert werden kann. Deshalb setzt CHRIST auf KI-Key-User aus den jeweiligen Fachbereichen. Diese kennen die Abläufe, Herausforderungen und Bedarfe ihrer Bereiche aus erster Hand und können dadurch Potenziale für den KI-Einsatz identifizieren. Gemeinsam entwickeln sie passende Anwendungsfälle und bringen neue Ideen in ihre Teams ein. Der Erfolg des Netzwerks liegt dabei im Zusammenspiel von technischem KI-Know-how und fachlicher Expertise. Erst diese Kombination ermöglicht Lösungen mit echtem Mehrwert für den Arbeitsalltag. Gleichzeitig zeigt die Arbeit mit KI, wie wichtig eine gute Datenbasis ist. Die Entwicklung neuer Anwendungen macht sichtbar, wo Informationen noch besser strukturiert oder dokumentiert werden können und bietet damit die Chance, vorhandenes Wissen langfristig besser nutzbar zu machen. Mittlerweile sind nahezu alle Unternehmensbereiche im KI-Netzwerk vertreten und treffen sich regelmäßig zum Austausch.
Warum Führungskräfte eine Schlüsselrolle spielen
Auch Führungskräfte haben einen wichtigen Einfluss auf den Erfolg der KI-Transformation. Aus Sicht der Interviewpartner müssen sie nicht selbst KI-Expertinnen oder -Experten sein. Viel wichtiger ist es, Orientierung zu geben und eine positive Haltung gegenüber neuen Technologien vorzuleben. Vor allem ist es ihre Aufgabe, die notwendigen Rahmenbedingungen für Lernen und Innovation zu schaffen. Denn wer KI sinnvoll einsetzen möchte, muss zunächst Zeit investieren, um neue Möglichkeiten kennenzulernen, Routinen zu entwickeln und Erfahrungen zu sammeln. Dafür braucht es Freiräume, die sich sinnvoll in den Arbeitsalltag integrieren lassen.
Wie wichtig Führungskräfte für diesen Prozess sind, wurde auch im gemeinsamen Workshop deutlich. Aus Sicht der Interviewpartner trug dieser dazu bei, ein gemeinsames Verständnis von KI zu schaffen, unterschiedliche Wissensstände zusammenzuführen und die eigene Rolle im Veränderungsprozess zu reflektieren. Besonders in Erinnerung geblieben ist dabei das Bild einer gemeinsamen Bergtour. Auf dem Weg zur KI-Nutzung befinden sich Mitarbeitende an unterschiedlichen Punkten, manche gehen voraus, andere benötigen mehr Orientierung oder Unterstützung. Umso wichtiger ist es, alle auf diesem Weg mitzunehmen.
KI-Einführung ist ein Lernprozess
Ein weiterer Punkt, den Marc und Manuel betonen, sind realistische Erwartungen. Große Visionen für den Einsatz von KI entstehen oft schnell. Die tatsächliche Umsetzung erfolgt allerdings meist schrittweise. Ideen müssen getestet, Prozesse angepasst und Erfahrungen gesammelt werden. Daher braucht die Einführung von KI Geduld und die Bereitschaft, Schritt für Schritt zu lernen. Häufig sind es die kleinen Erfolge, die langfristig den größten Unterschied machen.
Drei Learnings für andere Unternehmen
- Menschen früh einbinden: Engagierte Mitarbeitende können als Multiplikatorinnen und Multiplikatoren wichtige Impulse in die Organisation tragen.
- Mit kleinen Schritten starten: Erste Erfolge schaffen Vertrauen und fördern die Akzeptanz im Unternehmen.
- Zeit für Lernen einplanen: KI-Kompetenz entwickelt sich nicht über Nacht, sondern entsteht durch Ausprobieren, Austausch und kontinuierliche Weiterentwicklung.
Zurück


